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Das antike "Buch der Bücher"
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Ilias (Taschenbuch) Von vornhinein muß man den interessierten Leser warnen :-). Die Ilias ist kein Buch, den man in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder so nebenbei in einer ruhigen Stunde, bei netter Hintergrundmusik lesen kann. Zudem setzt es ein solides Grundwissen der griechischen Antike vorraus. Zwar wird der Einstieg eines Laien in die alte Welt der Griechen durch das umfangreiche Namensregister zum Ende des Buches durchaus erleichtert (was sehr lobenswert an der Reclam Ausgabe der Ilias ist), jedoch schreibt Homer für ein "eingeweihtes" Publikum und den Menschen seiner Zeit waren nunmal die Dutzenden Beinamen der Götter, deren Aspekte, typischen Vorgehenswesen, u.ä. so geläufig, das Homer keine erklärenden Worte brauchte.

Dem Leser, der eine spannende und interssante Geschichte sucht, würde ich auch abraten die Ilias anzufangen. Die Ilias hat nahezu keine Handlung. Wenn man die sehr langen und sehr blutigen Kampfsequenzen ausläßt, ließe sich die über 500 Seiten auf wenige Sätze zusammenfassen: Nach zehn Jahren Belagerng kommt es bei einer Ratssitzung der Griechen zum Streit zwischen dem Helden Achilles und dem König Agamemnon, Achilles zieht schmollend ab und verweigert den Griechen jede weitere Hilfe. Durch etwas göttliche Hilfe erleiden die Griechen in den folgenden Tagen schwere Schläge von den Trojanern, bis der gelangweilte Patroklos sich als Achilles ausgebend an der Schlacht teilnimmt. Patroklos wird durch Hector getötet, daraufhin rastet Achilles aus, schlachtet die halbe trojanische Armee ab, kann den Hector im Zweikampf stellen und tötet ihn. Das Ende beschäftigt sich mit dem Begräbnis des Patroklos.

Wie so oft, wird der mutige und ausdauernde Leser jedoch belohnt werden. Die Ilias ist eine echte Zeitmaschine, die dem Leser die Weltvorstellung der Antike auf eine wunderbare Art und Weise wiedergibt. Der Leser wird sich in einer Welt wiederfinden, in denen Götter, göttliche Wunder und göttliches Eingreifen zum Alltag gehören. Eine Welt, in denen die Menschen zu den Göttern aufsteigen können. Eine Welt, die so weit von unserer heutigen entfernt ist und doch faszinierenderweise den Grundstein für die heutige bildet.

Zur Reclam Ausgabe gibt es auch noch ein paar Punkte zu sagen. Wie zum Anfang erwähnt beinhaltet es das lobenswert große Namensregister mit kurzen Erklärungen zu allem. Die Übersetzung von Roland Hampe ist nicht überwältigend, aber durchaus solide und vor allen Dingen lesbar. Wer eine etwas elegantere Übersetzung sucht, sei die Übersetzung von Schadewaldt empfohlen. Oder die englische Übersetzung von Chapman, welches nur ein Genuß ist, da sie sich wie das griechische Original reimt und mit einem wunderbar epischen Tonfall geschrieben ist.
In den korrekteren deutschen Übersetzungen gehen die Reime wie auch die Epik leider unter.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. Dezember 2004
Kundenrezensionen:
3. Das antike "Buch der Bücher" (die aktuell angezeigte Rezension)
2. ein Genuss
1. Eines der besten Epen der Geschichte!
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